Collection Rolf Heyne - Bücher für den erlesenen Geschmack
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29.05.07

EIN LESERBRIEF

Vor einigen Tagen leitete mir unser Autor Johannes King einen »Leserbrief« seines Freundes Martin Feldweg, Förderschullehrer und Hobbykoch, weiter, der uns alle hier so beeindruckt hat, dass ich um die Erlaubnis gebeten habe, dieses private Schreiben hier veröffentlichen zu dürfen.

Lieber Johannes,

nach viel zu langer Zeit endlich eine Rückmeldung auf dein Buchgeschenk. Ich habe mich riesig gefreut und möchte mich bei dir auf diesem Wege auf das Herzlichste bedanken.

Ich sitz grad im Klassenzimmer und meine Schüler machen was ? Sie sitzen über dem Text der Einleitung zu deinem Buch, lesen ihn durch und fragen immer wieder erstaunt nach, ob das alles auch wahr sei und ob das wirklich stimmt, dass ich den Mann kenne.

Nachdem ich die Einleitung zu deinem Buch gelesen habe, war für mich klar, dass dieser Text nicht auf die Sideboards der high-society, sondern auf die Schülertische in den Schulen gehört, d.h. von Schülern (Jugendlichen) gelesen werden muss!!!!!!!!!!!!

Hannes: das allergrößte Kompliment für diesen Text - und das soll von einem gentechnisch waschechten Schwaben schon was heißen (net gschimpft isch gnug globt).

Die Beschreibung deiner Kindheit, die Selbstverständlichkeit der Pflichterfüllung der Kinder und Jugendlichen in einer durch Landwirtschaft und Handwerk geprägten dörflichen Gemeinschaft und die Möglichkeit, “trotzdem“ eine glückliche Kindheit zu erleben, wird auf wunderbare Weise beschrieben.
Die Ausbildungsplatzsuche durch den Vater, dein Weiterarbeiten, obwohl du eine andere Lehrstelle hattest, ist ein Lehrstück dafür, wie man auch durch Pflichterfüllung und engagierte Arbeit zu Erfolg und Glück kommen kann, obwohl vieles anfänglich nicht so gelaufen ist, wie du es dir so vorgestellt hattest.
Sensationell finde ich auch die Beschreibung der Arbeit eines Koches als “Handwerk“, also das Arbeiten mit den Händen und die dabei empfundenen sensorischen Wahrnehmungen.

Ich könnte endlos weitermachen, vielleicht später.

Kurzum: den Text musste ich meinen Schülern (Förderschule, Klasse 9) vorlegen. Ich hab also das Buch mit in die Schule genommen und kommentarlos hingelegt. Nach der großen Pause haben einige Schüler darin geblättert und nicht nur die Bilder angeschaut, sondern den Text deiner Einleitung gelesen!!!!!!!! Einige Mädels kamen dann auf die Idee, den Text für alle zu kopieren und auf jeder Seite noch ein passendes Bild einzufügen. Die Arbeit dauerte 5 Stunden, und von den Mädels hab ich die ganze Zeit nichts mehr gehört.

Jetzt ist das Werk wunderschön “raubkopiert“, und ich arbeite schon seit mehreren Tagen mit meinen Schülern damit, d.h. wir lesen (hast Du eine Vorstellung, wie schwer es ist, 16-jährige Förderschüler zum Lesen zu motivieren?), wir sprechen darüber, ich stell danach noch Fragen und versuche, ihnen den „Geist“ deines Textes rüberzubringen.

(...)

Nochmals vielen Dank! Ich freu mich auf unser Wiedersehen!

Martin


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JOHANNES KING
JOHANNES KING
DAS GENUSS-BUCH

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