»MEINE INS FERNE UND ABENTEUERLICHE VERBANNTE EXISTENZ«
ALEXIS SCHWARZENBACH
AUF DER SCHWELLE DES FREMDEN
»DAS LEBEN ZERFETZT SICH MIR IN 1000 STÜCKE« Annemarie Schwarzenbachs Leben gleicht einem Roman. Zeitgenossen beiderlei Geschlechts verlieben sich reihum in die atemberaubend schöne junge Frau, die am 23. Mai 1908 in Zürich mitten in einem Schneesturm in eine der reichsten Familien der Schweiz hineingeboren wurde. Sie selbst weiß aber schon mit zwanzig, »dass ich nur Frauen mit wirklicher Leidenschaft lieben kann«. Die vielseitig Begabte, die ebenso gut Pianistin oder Tänzerin hätte werden können, promoviert mit 23 und publiziert ihren ersten Roman. Danach zieht es sie ins »große und dreckbespritzte Berlin«, später hinaus in die ganze Welt. Vier Mal reist sie in den Orient, vier Mal in die Vereinigten Staaten. 1939 fährt sie in einem Ford von Genf bis nach Kabul, wenig später bricht sie auf nach Afrika. Mit den Kindern von Thomas Mann, Erika und Klaus, ist sie eng befreundet, mit ihrer konservativen Familie gerät sie wegen ihrer antifaschistischen Haltung und massiven Drogenproblemen in schwere Konflikte. 1942 stirbt Annemarie Schwarzenbach, mit nur 34 Jahren, an den Folgen eines Fahrradunfalls und der Fehldiagnose Schizophrenie, in ihrem Haus in Sils im Engadin. Anhand zahlreicher bisher unveröffentlichter Quellen und umfangreichen Bildmaterials zeichnet der Historiker Alexis Schwarzenbach das außergewöhnliche Leben seiner Großtante nach.
Die Ausstellung zum Buch:
Eine Frau zu sehen – Annemarie Schwarzenbach
19. März - 1. Juni 2008
Museum Strauhof, Augustinergasse 9, 8001 Zürich, 044 412 31 39, www.strauhof.ch
Die Ausstellung findet anlässlich des 100. Geburtstags von Annemarie Schwarzen¬bach (23. Mai) statt und verdankt ihren Titel einer bislang unveröffentlichten Novelle.
Sie zeigt Leben, Werk und Mythos der 1987 wiederentdeckten Autorin anhand einer Vielzahl bisher unbekannter, oft aus Privatbesitz stammenden Archivalien, darunter Briefe, Filme, Fotos, Tagebücher und Manuskripte. Zu sehen ist auch das Rosenkavalier-Kostüm, das Annemarie Schwarzenbach oft trug und das alle Aspekte ihres faszinierenden androgynen Wesens in sich vereint. Kurator der Ausstellung ist Alexis Schwarzenbach.
Öffnungszeiten: Di – Fr 12 – 18 Uhr, Sa – So 10 – 18 Uhr, Mo geschlossen
Öffnungszeiten an Festtagen:
Ostern: Do 20.3., 12 – 18 h; Fr 21., Sa 22., So 23., Mo 24.3.: 10 – 18 h; Tag der Arbeit: Do 1.5.: geschlossen; Pfingsten: So 11.5., Mo 12.5.: 10 – 18 h
Eintritt: Fr. 10.-/ 8.- (erm.), Öffentliche Führungen jeden Samstag um 16 Uhr
Ausstellungskurator: Alexis Schwarzenbach; Ausstellungsgestaltung: Holzer Kobler Architekturen, Zürich; Videoinstallation: Syl Betulius; Bauten: Immobilienbewirtschaftung der Stadt Zürich; Lichtgestaltung: Matí, Licht und AV; Leitung Aufbauteam Strauhof: Adrian Buchser; Ausstellungsbüro: Małgorzata Peschler; Produktionsleitung Strauhof: Roman Hess
Weitere Stationen der Ausstellung: Literaturhaus Berlin und München
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